Am Ende des Tages spannt die Atomlobby die Grünen auf die Streckbank.

1 Aug

„Streckbetrieb“ heißt das neue Modewort. Die ewig Gestrigen strecken sich damit nach längst überkommenen Tagen.
Je weniger Gas Vladimir Putin Deutschland liefert, desto mehr Gas geben die Befürworter der gefährlichen Atomenergie. Sie kriechen aus allen alten Schützengräben hervor und fordern: „Wir wollen ihren alten Castor Wiehli wiederhaben!“
Die undichten Atomkraftwerke wolen sie auf die Streckbank legen. Dann könnte man da noch einiges rauskriegen an Energie, behaupten sie. Vor Allem aber wollen sie noch einiges rauskriegen an Knete, hoffen sie.
Einige halten die Zeit sogar für geeignet, eine umfangreichere Laufzeitverlängerung oder gar ganz neue Atomkraftwerke zu fordern. Was Emmanuel Macron in Frankreich in Brüssel durchgedrückt hat, das wollen sie nun auch in Berlin durchsetzen. CDU, CSU und FDP setzen sich eifrig an die Spitze dieser eilfertigen Vabanquespieler.
Die Grünen weichen auch schon auf. Einst war die Partei aus der Anti-Atom-Bewegung heraus gegründet worden; nun scheint sie diese Wurzeln ebenso aufgeben zu wollen wie diejenigen, die sie bis 1998 fest in der Friedensbewegung verankert hatten. Doch die Basis der Grünen ist derartigen Zugeständnissen nicht gerade grün.
Einst sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Weher über die Liberalen: „Die FDP ist eine Pendlerpartei.“ Ob man dergleichen bald auch mit Fug und Recht über Die Grünen sagen kann, wird sich bald wohl weisen.

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