Am Ende des Tages tragen alle ihre Geldgeber auf dem Trikot.

10 Aug

Was dem Sport recht ist, sollte der Politik billig sein. Alle sollten ihre Sponsoren auf dem Trikot tragen.

Christian Lindner liefe dann mit einem „Porsche“-Aufdruck auf seinem T-Shirt herum. Ob Volker Wissing seine Ablehnung eines Tempolimits auf Autobahnen dann mit einer anderen Automarke unterfüttern würde, wäre noch zu klären. Olaf Scholz jedenfalls trüge eine Krawatte der „Warburg-Bank“. Gerhard Schröder hätte ein riesiges Konterfei seines lupenreinen Demokraten-Freunds Vladimir Putin auf der Brust, um das sich die Embleme seiner diversen russischen Gas-, Öl- und Rohrleitungsfirmen ranken.
Friedrich Merz hätte die Aufschrift „Blackrock“ an seinem Privatflugzeug ebenso wie am Revers seines Anzugs. Umgeben wäre sie mit den Emblemen aller DAx-Konzerne, deren Aktien Blackrock durch seine Investments hochhält. Die AFD liefe vermutlich mit kleineren Konterfeis von Putin herum, neben denen vereinzelt auch Firmenembleme zu erkennen wären, deren Großaktionäre völkisches Denken propagieren. CDU, FDP und AfD trügen zudem das Logo der „INSM“ am Revers.
Nicht nur Fußballer und Radprofis sollten ihre Sponsoren auf dem Trikot angeben, sondern auch Politikerinnen und Politiker sowie Intendantinnen und Rundfunkräte öffentlich-rechtlicher Anstalten. Transparenz sollte überall dort herrschen, wo Transpiration Schweiß absondert, der auch aus Angst um den Amtsverlust entstanden sein könnte. Wenn Macht korrupt macht, macht die Macht mit Menscheen manchmal was, was nicht gut ist für die Allgemeinheit, sondern ihr gegenüber eher eine Gemeinheit.
Geld regiert die Welt. „Roma omnia venalia sund“, bemerkte Cato bereits vor 2.150 Jahren. Doch nicht nur in Rom sind alle käuflich.
Darum übrigens kritisiert Lindner auch eine „Gratismentalität“: Der FDP-Vorsitzende trifft keine politische Entscheidung ohne finanzielle Gegenleistung. Früh übt sich, was ein Finanzmini-Steher werden will.

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