Am Ende des Tages sind wohlfeile Ausgleichszahlungen wahnsinnige Augenwischerei.

22 Aug

Lasst uns vor dem Abflug ein Apfelbäumchen pflanzen! Wenn das Geld im Kasten klingt, der Flieger in den Himmel springt.
Jeden Eingriff in die Natur kompensieren wir natürlich pflichtbewusst mit Baumpflanzungen. Wir sind ja schließlich umweltbewusst. Wir fliegen nur in die Ferne, wenn wir dafür die entsprechenden Kompensationszahlungen abgedrückt haben.
Jeden neuen Autobahnkilometer kompensieren wir mit der Anpflanzung neuer Bäume an anderer Stelle. Wir holzen den Dannenröder Forst nur ab, weil wir anderswo neue Bäumchen pflanzen. Wir betonieren den Waldboden dort nur, weil wir anderswo Wälder aufforsten.
Neue Bäume brauchen zwahr Jahrzehnte, bis sie groß genug geworden sind, um die Wirkung der abgeholzten alten Bäume zu kompensieren. Neue Bäume brauchen Jahrzehnte, bis sie groß genug gewachsen sind, um die schädliche Wirkung des Ausstoßes von Kerosin in die Umwelt auszugleichen; doch wir haben sie ja schon gepflanzt. Der Rest geschieht dann ganz ohne unser Zutun, glauben wir.
Die kleinen Baumpflanzungen benötigen Wasser zum Wachsen. Doch das ist nicht mehr da. Dank des massenhaften Automobil- und Flugverkehrs hat die Dürre die Waldböden derart ausgetrocknet, dass die kleinen Bäumchen kaum mehr wachsen wollen.
Mit den Kompensationspflanzungen vertagen wir unsere Verantwortung in die Zukunft. Wir laden sie auf den Bäumchen und den Kindern ab, die sie kaum mehr schultern können. Wir machen weiter wie gewohnt mit einer Lebensweise, die die Welt nicht wirklich schont.
Unser Glauben an die Ausgleichszahlungen ist ein Irrglaube. Ausgleichen könnten wir kleinere Eingriffe vielleicht noch, nicht aber die gigantischen Zerstörungsorgien der weltweiten Umweltzerstörung. Das jüngste Gerücht besagt, dass auf den Frevel an der Natur und den gottlosen Ablasshandel in einer nicht allzu fernen Zukunft „das jüngste Gericht“ folgen wird.

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