Kaffee kochen: Morgens manchmal ein gefährliches Abenteuer

17 Feb

Der wecker reißt mich mitten aus dem schönsten Schlummer. Scheibenkleister, ich muss sofort aufstehen!
Schnell springe ich in meine Klamotten. Schlaftrunken stolpere ich in die Küche und schalte die Kaffeemaschine ein. Wie gut, dass ich meine Kaffeemaschine immer schon abends mit Wasser, einer neuen Filtertüte und frischem Pulver auffülle!
Hoffnungsfroh warte ich auf das vertraute Blubbern; doch nichts rührt sich. Erst langsam dämmert mir, dass ich gestern abend Tee gekocht hatte und deshalb den Stecker der Kaffeeemaschine ausgezogen hatte.
Mühsam ziehe ich den Stecker des Wasserkochers aus der Steckdose. Dann drücke ich den Stecker der Kaffeemaschine in die Steckdose hinein.
Doch das Blubbern hört sich merkwürdig an. Offenbar muss ich erst einmal Wasser einfüllen.
Beim hastigen Eingießen in die Kaffeemaschine geht das meiste daneben. Aber erst schalte ich das Gerät einmal an, bevor ich das übergelaufene Wasser aufwische.
Dann blubbert es tatsächlich. Voller Vorfreude auf den frischen Kaffee suche ich meine Tasse und werfe sie dabei total ungeschickt über den Rand des Tischs. Mit lautem Klirren geht sie zu Bruch.
Überall in der Küche verteilen sich die Scherben. Natürlich tappe ich sofort hinein auf meinem Weg zum Klo, wo ich Schaufel und Kehrblech holen wollte. Beim Versuch, die größeren Scherben aufzuheben, schneide ich mir auch gleich in die Hand.
Endlich ist die Kaffeemaschine fertig und hört auf mit dem Blubbern. Schnell reiße ich eine neue Tasse aus dem Küchenschrank und gieße mir hastig den Kaffee ein. Wieder geht einiges daneben und ich verbrühe mir die Hand mit dem heißen Nass.
Igitt! Der Kaffee schmeckt überhaupt nicht. Ich hatte in meinem morgendlichen Tran natürlich versäumt, neues Pulver in eine frische Filtertte einzufüllen.
Im Küchenschrank suche ich eine neue Filtertte. Aber offenbar habe ich am Vortag die letzte Tüte verbraucht.
So schaufele ich das aromatische Pulver aus der halbvollen Kaffeedose auf die angetrockneten Reste in der alten Tüte. Wenigstens Kaffeepulver habe ich noch!
Zwar geht bei dieser Aktion auch Pulver daneben, aber bald blubbert die Maschine wieder. Zehn Minuten später kann ich dann tatsächlich einen halbwegs genießbaren Kaffee trinken.
Jetzt ist es aber allerhöchste Zeit! Ich schlüpfe in die Schuhe und verlasse die Wohnung. Die Tür ziehe ich hinter mir zu.
Draußen fällt mir wie Schuppen von den Augen, dass der Schlüssel drinnen in der Wohnung ist. Ohne Schlüssel kann ich mein Auto aber nicht starten.
Glücklicherweise hat meine nette Nachbarin noch einen Zweitschlüssel von meiner Wohnung. So klingele ich bei ihr.
Als ich nach fünf Minuten schon umdrehen will, öffnet sich die Tür einen Spalt weit. Nur mit einem Handtuch verhüllt, steht sie vor mir. „Ich war gerade unter der Dusche“, sagt sie.
Nach drei Minuten kommt sie mit dem Schlüssel zurück zur Wohnungstür. Ich gehe zu meiner Wohnung, schließe auf und greife mir meinen Autoschlüssel.
Den Zweitschlüssel zur Wohnung bringe ich der Nachbarin zurück. Inzwischen ist sie qauch schon angezogen.
Dann verlasse ich hastig das Haus. Auf dem Weg zum Parkplatz rutsche ich aus und falle auf den Hintern. Glatteis!
Mit schmerzenden Gliedern fahre ich zu dem wichtigen Termin. Ich bin eine halbe Stunde zu spät. Mist!
„Herr Professor Protz ist an Grippe erkrankt“, sagt seine Sekretärin. „Leider haben wir sie nicht mehr erreicht, um ihnen abzusagen. Offenbar waren sie schon unterwegs.“
Ich setze mich wieder in mein Auto. Ich beschließe, heimzufahren, noch in Ruhe einen Kaffee zu trinken und gemütlich Zeitung zu lesen.
Im Treppenhaus begegne ich meiner nachbarin. Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten und lade sie auf einen Kaffee ein. Sie kommt mit.
Als ich ihr den Ablauf des Morgens beschreibe, muss sie laut loslachen. „Ich habe mich heute früh unter der Dusche verbrüht“, berichtet sie. „Ich hatte vergessen, den Wasserhahn nach der Reinigung der Duschwanne gestern wieder zurückzudrehen.“
Doch heute ist nicht Freitag, der Dreizehnte, sondern Samstag, der Siebzehnte. Murphy´s Gesetz kann jederzeit zuschlagen. Allerdings hat es mir einen wunderschönen Tag mit meiner süßen Nachbarin beschert, deren Brandwunden ich eingesalbt habe, während sie die Blutergüsse und Prellungen an meinem Poo liebevoll verarztet hat.

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